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Die Stille ist eine unfassbare Präsenz.
Wir gleichen einer Schale,
die diese Stille empfängt,
bis auch die Schale vergeht
und nur die Stille bleibt.
Sie war schon immer da. 

Willigis Jäger

 

Manfred Maier
20. April 1940 – 13. Juli 2022

Viele von Ihnen haben Manfred Maier persönlich gut gekannt oder ihn als Lehrer erlebt. So auch ich, als ich die Fachklasse für Grafik absolviert habe.
Manfred Maier besuchte nach seiner Lehre zum Hand- und Fotolithograph von 1959 bis 1960 an unserer Schule den Vorkurs und danach bis 1964 die Grafikfachklasse. 1965 begann er, sein eigenes Grafikatelier aufzubauen. Er gestaltete Logos, Corporate Designs, Plakate (u.a. fĂĽr den Kunstkredit oder die Winterhilfe), Jahresberichte, Briefmarken ... Im selben Jahr wurde er bereits als Lehrer im gestalterischen Vorkurs engagiert.

Ab 1970 unterrichtete er auch in der Grafikfachklasse unterrichtete er seit 1970, deren Leitung er von 1990 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000 innehatte. Zeitweise unterrichtete Manfred Maier auch in den Weiterbildungsklassen und in der Basiserweiterungsklasse, an deren Aufbau er massgeblich beteiligt war. Auch hier ĂĽbernahm er eine Leitungsfunktion. 

In den 1970er-Jahren zog es ihn immer wieder in die USA, wo er als Gastdozent an der University of Cincinnati und später an der Ball State University in Indiana lehrte. An vielen anderen Universitäten und Design-Schulen (z.B. an der Indiana University, Ohio State University, Yale University, Southern Massachusetts University – Rhode Island School of Design, Philadelphia College of Art, und andere...) hielt er unzählige Vorträge.

Manfred Maier hat auch publiziert. Bekannt wurde (neben einem Sonderdruck der Typografischen Monatsblätter) die vierbändige Publikation «Elementare Entwurfs- und Gestaltungsprozesse», in welcher er «Grundkurse» der Schule fĂĽr Gestaltung beschreibt – also Fächer und spezifische Ăśbungen aus dem damaligen Vorkursprogramm. Das Werk galt als eine der wichtigsten Publikationen ĂĽber Methodik und Didaktik in der gestalterischen Grundausbildung und wurde in Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch veröffentlicht. 1977 wurde es am Wettbewerb der «Schönsten Schweizer BĂĽcher» ausgezeichnet; 1978 erhielt es eine Goldmedaille an der Leipziger Buchmesse.

Wer Manfred Maier näher kannte weiss, dass er leidenschaftlich gerne gekocht hat und Gäste bewirtet hat. Er liebte die Natur, die Landschaft, Architektur und Geschichte.
Als Lehrer hat er 35 Jahre an unserer Schule gewirkt, Hunderte von Schülerinnen und Schüler unterrichtet und begleitet. Ungezählt sind die Plakate, die in der Grafikfachklasse unter seiner Leitung entstanden sind. Seine Anstösse für den zeichnerischen Unterricht waren wichtig.

In Erinnerung bleibt mir sein trockener Humor und das Bild, wie er stets auf leisen Sohlen durch den Gang ging oder ab und zu hinter mich trat, um mir bei der Arbeit über die Schulter zu schauen und – eventuell, wenn er es für wichtig hielt – einen Kommentar gab. Für mich waren sie prägend.
 

Ursula Gysin, Direktorin