Die Kunstgewerbliche Abteilung

Die Hochkonjunktur der Nachkriegszeit fördert in Basel Kunst

und Gestaltung. Die Öffentliche Kunstsammlung gehört dank

bedeutenden Leihgaben aus Kreisen der chemischen Industrie

und der vorausschauenden Ankaufspolitik ihres Direktors

Georg Schmidt (eines früheren Leiters des Gewerbemuseums)

zu den ersten Adressen für moderne Malerei in Europa. Der

Aufstieg der Schweizer Mustermesse begründet die Bildung

einer Gestalterszene in Basel.

 

Zu den bestehenden Klassen der Allgemeinen Gewerbeschule

sind Fachklassen für Architektur, Grafik und Modezeichnen

gekommen, eine Klasse für Zeichenlehrer, die Schlosserfachschule.

 

1944 wird die Schule in «gewerbliche» und «kunstgewerbliche»
Abteilungen aufgeteilt. Die gestalterischen Klassen, einschliesslich

Lehrlinge gestalterischer Berufe, bilden nun die Kunstgewerbliche

Abteilung und unterstehen, zusammen mit dem Gewerbemuseum, der Leitung von Berchtold von Grünigen.

 

Direktor von Grünigen erneuert die Architekturklasse zur

Fachklasse für Innenausbau (FFI) und beauftragt Paul Artaria

mit der Neugestaltung des Lehrplans. Eine Ausstellung von

Schülerarbeiten im Gewerbemuseum soll den Stand der Schule

aufzeigen. Der Typograf Emil Ruder lanciert eine Fachklasse

für Buchdruck.

 

Von Grünigen beruft 1947 den jungen Armin Hofmann zum Leiter der Grafikfachklasse.

 

1955 nimmt Ruder erste Schüler zur Weiterbildung in typogra-

fischer Gestaltung auf.

 

Die Lehrprogramme orientieren sich immer mehr am gestalterischen Geschehen der Zeit als an den speziellen Anforderungen der lokalen Praxis. Dies bewirkt auch Aufmerksamkeit im Ausland. Erste Schülerinnen und Schüler

aus Deutschland und dem weiteren Europa bewerben

sich in Basel.

 

1961 zieht die Schule in neue Gebäude an der Vogelsangstrasse,

das Gewerbemuseum bleibt am alten Ort.

 

Ebenfalls 1961 entwickelt sich aus der Handweberinnenklasse eine zeitgemäße Berufsausbildung. Frau Helene Blaser ist für die Entstehung maßgeblich verantwortlich. 1963 wird die Ausbildung von zweieinhalb auf drei Jahre verlängert; ab 1964 ist ein dreimonatiges Praktikum obligatorisch.

Die Schüler und Schülerinnen dieser Textilfachklasse schliessen mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis zum Textilentwerfer (Lehrabschlussprüfung) sowie einem Diplom der Kunstgewerbeschule (Schule für Gestaltung) zum/zur Textilgestalter/in ab.