|
|
Berufslehre oder StudiumViele der ausländischen Schülerinnen und Schüler in Basel sind bereits gestalterisch ausgebildet, manche bringen Jahre der Berufserfahrung mit. Ihre Zeit an der Basler Schule ist eigentlich eine Weiterbildung, keine Ausbildung.
Klassen für die berufliche Weiterbildung hat es an der Schule für Gestaltung bisher schon gegeben: die Modeklasse als Weiterbildung für Schneiderinnen, die Klasse Typografische Gestaltung für ausgebildete Schriftsetzer, die Fachklasse für Innenausbau für gelernte Schreiner oder Innenaubau- zeichnerinnen.
1968 gründen Emil Ruder, inzwischen Direktor der Kunstgewerb- lichen Abteilung, und Armin Hofmann eine Weiterbildungsklasse für Grafik, zur Lehrerschaft gehörte von Anfang an auch Wolfgang Weingart. Vor allem Berufsleute aus den USA haben an dem elementaren und hochkonzentrierten Umgang mit der Grafik Interesse gefunden, manche unterbrechen ihre Tätigkeit für ein oder mehrere Jahre zur Weiterbildung in Basel. Viele von ihnen werden nach ihrer Rückkehr selbst Lehrkräfte an Gestalterschulen.
Ein Dilemma wird zunächst wenig beachtet: Eine gestalterische Ausbildung ist in Basel eine Berufslehre, im Ausland ein Hochschulstudium. Wohl nehmen die auswärtigen Schülerinnen und Schüler aus Basel einen wertvollen und in vielen Arbeitsstunden persönlich erworbenen Bildungsschatz mit nach Hause; ihr Diplom aber stammt von einer Berufsschule.
Die ungerechtfertigt niedrige Selbsteinschätzung schweizerischer Gestalterschulen wird bei der allmählich zunehmenden studentischen Mobilität auch an höherer Stelle als Problem erkannt: 1979 etabliert ein neues eidgenössisches Berufsbildungsgesetz den Status »Höhere Fachschule für Gestaltung« (HFG) in der Schweiz. Klassen aller schweizerischer Gestalterschulen können vom Bund die Anerkennung als HFG erwerben und dann ihre Aus- und Weiterbildungen als Studium anbieten.
|








