Körper & Bild in Praxis und Theorie

 

 

Kurs 225.3

Donnerstag 1730-2000

Kursleitung: Enrique Fontanilles, Renatus Zuercher und Kurt Würmli

Zimmer: G601

Kosten pro Semester: Fr. 375.--/Fr. 150.--

zzgl. Modellpauschale:Fr. 70.—
(wir brauchen das Modell höchstens 2 Lektionen)

 

In unserer postmodernen Gesellschaft materialisieren sich das Selbst und die Person im Körper. Beide sind untrennbar miteinander verwoben; der Körper wird gleichsam zum Aussenspiegel des Selbst und der gesellschaftlichen Identität. Vorangetrieben durch Fortschritte in der Biotechnologie und der Medizin, erscheint der menschliche Körper als eine prinzipiell gestalt- und manipulierbare Einheit, sei es durch kosmetische Chirurgie, Diäten, Organtransplantationen, Bodybuilding, Tätowierung oder andere Techniken.

In dem Masse, wie sich der Glauben an die Realisierbarkeit des perfekten Körpers entfaltet, ist auch die Sehnsucht nach ihm gewachsen. Der Körper ist zu einer Gestaltungsaufgabe geworden. 

 

Kursaufbau

Praxis und Theorie 

 

Kursziel

Die Teilnehmenden werden befähigt, unterschiedliche Körpervorstellungen in der bildenden Kunst zu erkennen und das eigene Tun in einem zeitgenössischen Kontext zu reflektieren.

 

Praxis

Die Praxis dient der Erweiterung der eigenen Wahrnehmung und der Sensibilisierung für die Wechselwirkung zwischen Wahrnehmungsweisen und Darstellungsformen.

In experimentellen Versuchsanordnungen werden die Voraussetzungen für eine differenzierte Wahrnehmung gefördert Übungen und zeichnerische Umsetzungen des menschlichen Körpers entwickelt. Mit Selbstversuchen werden Erkenntnisse aus Hirnforschung und Wahrnehmungspsychologie als komplexe Prozesse der Wahrnehmung erfahrbar gemacht. 

 

Theorie

Im theoretischen Teil werden in Ergänzung zur Praxis die historischen Begebenheiten mit der Aktualität, der zeitgenössischen Kunst un Kultur und mit der persönlichen Erfahrungen der Teilnehmenden verglichen und diskutiert. Wir befassen uns mit der Geschichte der Darstellung des Menschen als Ausdruck der sozielen und kulturellen Ausrichtung der Gesellschaft. Durchleuchtet werden die Darstellungsformen parallel zum kulturpolitischen Erkenntnissen und der Entwicklung von Bildtechniken. Schönheitsideal und Kunstbegriff der entsprechenden Zeit vervollständigen die bebilderten Ausführungen.